Technische Details

Nicht vergessen, wir befinden uns im Jahr 1998.

Der damalige Einsatz neuer Materialien, hoch innovative Technologien, neue Fertigungstechniken und -verfahren zeichnen den Lupo 3l aus.
Der Motor ist ein Dreizylinder- Turbodieselmotor mit Ladeluftkühlung und Pumpe-Düse-Einspritztechnik. Der Dreizylinder bietet trotz geringem Hubraum von 1,2 Liter, ein großes Einzelvolumen der Brennräume und damit spezifisch günstige

Die Vorteile der Pumpe-Düse-Technik sind die hohen Einspritzdrücke von bis zu 2000 bar, zudem kommt noch eine Voreinspritzung. Die Pumpe-Düse-Elemente werden über Hubnocken und einen Rollen-Kipphebelbetrieb betätigt. Der Einspritzvorgang und der Druckaufbau werden von einem Magnetventil gesteuert. Die hohen Einspritzdrücke sorgen für eine optimale Verbrennung. Daraus resultieren niedrige Emissionen und geringer Kraftstoffverbrauch bei gleichzeitig guter Leistung. Die Einspritzvorgänge werden von der Motorelektronik gesteuert und überwacht.
Der Motor verfügt über eine Start/Stop-Automatik. Steht das Fahrzeug, so schaltet diese den Motor bei betätigtem Bremspedal ab. Beim lösen der Bremse springt der Motor automatisch wieder an.
Ein wesentliches Bauteil des Lupo 3L ist das 5-Gang-Direktschaltgetriebe. Im Vergleich mit einem Automatikgetriebe ist es leichter und hat einen höheren Wirkungsgrad. Zusammen mit gewichtsreduzierenden Maßnahmen, wie z.B. der Einsatz von Hohlwellen, und frei wählbaren Schaltpunkte trägt es zu einer deutlichen Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei. Das Getriebe hat zwei Modi wählbar: Manuell und Automatik.
Das manuelle Schalten erfolgt durch antippen des Schalthebels mit einer Tip-Tronik.
Beim selbständigen Schalten (Automatik) schaltet das Getriebe die Gänge mittels eines elektrohydraulischen Systems. Eine mechanische Verbindung vom Schalthebel zum Getriebe ist nicht vorhanden. Auch die Kupplung wird durch die Hydraulik selbständig betätigt. Das Kupplungspedal entfällt.
Beim selbständigen Schalten ist der Fahrbetrieb möglich in einem Economy-Modus und im "Normal-Modus“, wählbar durch eine Schalter in der Mittelkonsole. Beim ökonomischen ECO-Modus werden der Stop-/Startbetrieb und ein verbrauchoptimiertes Motorkennfeld ausgewählt. Beim leistungsorientiertem "Normal-Modus“ sowie beim Kick-Down stehen die volle Motorleistung zur Verfügung. Ein so genannter
CAN-Datenbus tauscht die jeweiligen Betriebssituationen zwischen Motor und Getriebe aus. Das dadurch optimale Zusammenspiel der Triebwerkskomponenten ist ein weitere Beitrag zur Umsetzung des 3-Liter-Konzepts.

Materialien

Gewichtseinsparungen am Fahrzeug lassen sich durch leichte Werkstoffe (Werkstoffleichtbau) und durch eine geschickte Formgebung (Formleichtbau) erreichen. Beim Lupo 3L wurde das durch eine Mischbauweise von Stahl, Aluminium und Magnesium realisiert.
Die selbsttragende Karosserie aus Stahl wurde durch Anbauteile aus Aluminium und Magnesium ergänzt. Das Fahrwerk ist teilweise aus hochfesten, geschmiedeten Aluminiumkomponenten. Alleine bei Fahrwerk und Karosserie konnte dadurch ca. 120kg Gewicht eingespart werden. Motor- und Getriebegehäuse sind aus Aluminium. Zusammen mit weiteren Leitbaumaßnahmen an Motor, Getriebe und Ausstattung (z.B. Hohlwellen, Magnesium-Lenkrad) konnte das Gesamtgewicht des Fahrzeug auf ca. 800kg begrenzt werden. Für ein Fahrzeug seiner Klasse und Ausstattung ein sehr geringes Gewicht. Bei allem Leichtbau muss die Sicherheit und die Betriebsfähigkeit des Lupos erhalten bleiben. Hierzu wurden zusätzliche Versteifungen und ein Verbund von Längs- und Querträgern umgesetzt.

Luft- und Rollwiderstand

Geringer Kraftstoffverbrauch ist auch eine Frage der Widerstände im Fahrbetrieb. Zur Verringerung des Rollwiderstand wurden spezielle Reifen und Radlager entwickelt.
Weitaus wichtiger ist es den Luftwiderstand zu minimieren. Dieser Widerstand ist vor allem durch die Aerodynamik zu begründen. Beim Lupo 3L wurde die ohnehin schon günstige Karosserieform durch aerodynamisch verbesserte Stoßfänger vorn und hinten, eine neue Frontspoilerform beziehungsweise integriertem Heckdiffuser, durch eine optimierte Form der Heckklappe, durch kleinste Fugenmaße und durch flächenbündigen Einbau von Scheiben und Lampen optimiert. Seitenschweller mit speziellen Abweiskanten vor den Hinterrädern verbessern die seitliche Umströmung des Fahrzeugs.
Die aerodynamischen Verbesserungen minimieren zudem das Windgeräuschniveau.

Schlusswort

Ich fahre dieses Auto nun seit über 17 Jahren, und ich fahre damit immer noch gerne. Bei sehr verhaltener Fahrweise ist der Verbrauch von nur 3 Litern wirklich zu schaffen. Ich selber benötige, überwiegend im Stadtverkehr fahrend, im Schnitt 3,9l / 100km.

Bei allen guten Ideen, die es nach 1998 noch so alles gab, um kraftstoffsparend Mobil zu sein, trotz Gas- und Hybridantrieb, ist der Lupo 3L immer noch konkurrenzfähig.

1998 von der Industrie und der Politik noch hochgelobt, hat Volkswagen die Produktion im Sommer 2005 leider eingestellt.